Der Bergkittel – gelebte Tradition der Werkskapelle
Schwarz wie die Stollen. Gold wie das Sonnenlicht. Und getragen mit Stolz.

Wer den Bergkittel der Werkskapelle Zeltweg sieht, erkennt auf den ersten Blick eine besondere Uniform. Doch hinter dem schwarzen Tuch, den goldenen Knöpfen und den markanten Zacken des Pelerinkragens steckt weit mehr als festliche Kleidung.

Der Bergkittel erzählt die Geschichte des Bergbaus, der Menschen, die unter Tage gearbeitet haben, und der industriellen Entwicklung unserer Region. Er erinnert an eine Zeit, in der „Glück Auf!“ nicht nur ein Gruß, sondern ein Wunsch für einen sicheren Arbeitstag und eine gesunde Heimkehr war.

Diese Tradition gehört auch zur Geschichte des Werkes Zeltweg – und damit zur Geschichte unserer Werkskapelle.

Bergbau und Werkskapelle – eng verbunden

Die Verbindung zum Bergbau ist bis heute spürbar. Auch heute noch sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Sandvik Mining and Construction weltweit unter Tage im Einsatz. Der Bergkittel verbindet damit Vergangenheit und Gegenwart. Er ist sichtbares Zeichen einer bergmännischen Tradition, die von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Ein Ehrenkleid mit Geschichte

Die heute in Österreich getragene Bergmannsuniform geht grundsätzlich auf die Verordnung des k.k. Ackerbauministeriums im Einvernehmen mit dem Ministerium des Inneren vom 14. Juni 1890 zurück. Zuvor gab es den Bergkittel in vielen unterschiedlichen Ausführungen. Die Verordnung sorgte für eine einheitliche Gestaltung der Uniform. Zum traditionellen Ehrenkleid des Bergmanns gehören Berghut, Bergkittel, Weste, Krawatte, Hose und Bergleder. Auch das bekannte „Arschleder“ hat eine praktische Geschichte: Das dreieckige Lederstück schützte den Hosenboden vor dem Durchwetzen und bot beim Sitzen Schutz vor Nässe.

Jeder Knopf erzählt eine Geschichte

Der Bergkittel ist voller Symbolik. Seine 29 vergoldeten Knöpfe werden traditionell mit den 29 Lebensjahren der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, in Verbindung gebracht.

Das Schwarz des Tuches steht für die Dunkelheit unter Tage.
Das Gold der Knöpfe symbolisiert das Licht der Sonne.
Und die drei obersten offenen Knöpfe werden – je nach Überlieferung – mit Glaube, Hoffnung und Liebe oder mit der Heiligen Dreifaltigkeit in Verbindung gebracht.
So wird aus einer Uniform ein Stück erzählte Geschichte.

Neun Zacken – ein besonderer Kragen

Besonders auffällig ist der Pelerinkragen. Er fällt etwa 18 Zentimeter über Schultern und Rücken und endet in neun Zacken. Ursprünglich hatte dieser Kragen eine praktische Funktion: Er sollte den Bergmann vor herabfallendem Gestein schützen und gleichzeitig herabtropfendes Wasser ableiten. Die neun Zacken werden traditionell mit der Heiligen Barbara verbunden. Der Überlieferung zufolge verbrachte sie neun Jahre im Gefängnis beziehungsweise Turm.

Schlägel und Eisen – das Symbol des Bergbaus

Das gekreuzte Schlägel und Eisen ist weltweit zum Symbol des Bergbaus geworden. Mit diesen beiden Werkzeugen wurde früher das Gestein von Hand aus dem Berg gelöst. Bei der Werkskapelle findet sich an dieser Stelle ein eigenes Emblem: Ein Segment eines Zahnrades und der Schriftzug „Zeltweg“ umrahmen die Buchstaben „VA“ für VOEST-ALPINE. Damit verbindet die Uniform die bergmännische Vergangenheit mit der industriellen Geschichte des Standortes Zeltweg.

Unsere Uniform – unsere Identität

Zur Uniform der Werkskapelle gehören Bergkittel, Hose, Krawatte und Berghut. Bei Veranstaltungen im Freien wird in der kalten Jahreszeit zusätzlich der Mantel getragen. Wenn die Musikerinnen und Musiker der Werkskapelle im Bergkittel auftreten, tragen sie damit nicht einfach eine Uniform.
Sie tragen Geschichte. Tradition. Verbundenheit. Und sie zeigen, dass diese Geschichte nicht im Bergwerk geblieben ist.

„Glück Auf!“

Der traditionelle Bergmannsgruß „Glück Auf!“ entstand Ende des 16. Jahrhunderts im sächsischen Erzgebirge. Ursprünglich war damit die Hoffnung verbunden, beim Vortrieb einen lohnenden Erzgang zu finden. Gleichzeitig war es der Wunsch, nach einer Schicht gesund und sicher wieder aus dem Bergwerk auszufahren. Bis heute steht „Glück Auf!“ für Kameradschaft, Zusammenhalt und die Verbundenheit mit dem Bergbau.

Die Werkskapelle Zeltweg trägt diese Tradition weiter.

Mit Musik. Mit Stolz. Und mit einem herzlichen: Glück Auf!